Die intrafemorale Sauerstofftherapie (IFST)

In der Anatomie werden Strukturen gerne so benannt, dass man gleich weiß, wo diese Strukturen liegen. Ein Beispiel: Wir kennen zwei Unterarmknochen, die Elle und die Speiche. Die lateinischen Namen: Elle = Ulna, Speiche = Radius. Entlang des Radius verläuft die Arterie, an der üblicherweise der Puls getastet wird, die Arteria radialis. Deshalb heißt der dort getastete Puls auch Radialispuls.

Aus dieser Nomenklatur heraus, ergibt sich auch der Name „intrafemorale Sauerstofftherapie“ (IFST). Intrafemoral bedeutet so viel, wie in die Arteria femoralis hinein. Bei der IFST handelt es sich also um eine Therapie, bei der reiner, steriler Sauerstoff direkt in die Oberschenkelarterie eingebracht wird.

 

Warum?

 

Die Beine haben große und starke Muskeln und die sind nahezu den ganzen Tag aktiv. Ein großer Teil des eingeatmeten Sauerstoffs, immerhin etwa 4kg pro Tag(!), wird deshalb für die Versorgung der Gesäß- und Beinmuskulatur benötigt. Blut und Kreislauf übernehmen diese Aufgabe, doch sind die Wege in die Beine lang.
Ist die Durchblutung der Beine gestört, äußert sich das meist in heftigen Schmerzen. Es gibt beispielsweise die Schaufensterkrankheit (claudicatio intermittens), bei der die Durchblutung durch eine Einengung (Stenose) der Arterien behindert wird. Die Patienten können nur noch kleine Wegstrecken zurücklegen, bis sie vor Schmerzen stehen bleiben und sich einen Augenblick erholen müssen, bis die Schmerzen wieder nachlassen und sie weiter gehen können. Dieses, quasi nur von Schaufenster zu Schaufenster gehen können, gab dieser Krankheit ihren Namen.

 

Ist die Arterie erst zu (Arterienverschluss), findet gar keine Durchblutung mehr statt. Das ist immer ein medizinischer Notfall, der sofort operativ versorgt werden muss.

 

Die Erfahrung zeigt, dass sich durch die IFST selbst schwerste Durchblutungsstörungen (offene, nicht mehr abheilende Wunden, Schwarzfärbungen an Zehen und Unterschenkeln, Nekrosen und Gangrän) behandeln ließen und sogar drohende Amputationen verhindert werden konnten. Denn die eingebrachte Menge (bis ca. 20ml pro Bein) des lebenswichtigen Gases hat direkten Kontakt zum Blut, wird zum einen sofort vom Blut aufgenommen und ins Gewebe transportiert und zum anderen wirkt es direkt an den Gefäßen reizauslösend und so immunsystemaktivierend. Für die IFST muss also Durchblutung vorhanden sein, damit der Sauerstoff zu den unterversorgten Regionen transportiert werden kann.

 

Der Sauerstoff kann nicht unterscheiden, ob er im artereiellen, oder im venösen System ist. Und so wirkt er überall. Auch im venösen System sind Sauerstoff und Immunsystem aktiv. Hier werden dann beispielsweise Krampfaderleiden gelindert, sofern vorhanden, Ödeme ausschwemmt und dergleichen mehr.

 

Wie läuft eine solche Behandlung ab?

 

Nach ausführlicher Anamnese und Untersuchung wird eine Medikation auf das individuelle Beschwerdebild abgestimmt. Nach Lokalisation der Arteria femoralis, wird diese mit einer sehr feinen Kanüle punktiert. Durch die Kanüle werden zuerst die Medikamente, dann der Sauerstoff injiziert. Nach der Sauerstoffinjektion wird die Kanüle entfernt. Der Patient muss nun eine Weile ruhen.


Während der Ruhephase kommt es in der Regel zu spontanen Reaktionen der Gefäße im behandelten Bein. Diese Reaktionen sind niemals gleich und können von Patient zu Patient und von Behandlung zu Behandlung sehr unterschiedlich sein. Die können sich in Blässe oder Rötung, Kribbeln oder Jucken, ziehen oder pochen darstellen, für den Patienten kann sich das behandelte Bein warm, kalt oder wie eingeschlafen anfühlen, eine Krampfader kann auch schon mal einen Moment schmerzen. Nach wenigen Minuten entspannen sich die Gefäße wieder und eine gesunde Hautfarbe kehrt zurück.

 

In einer Therapiesitzung werden in der Regel beide Beine behandelt. Die ersten drei Behandlungen erfolgen mit einem Abstand von jeweils zwei bis drei Tagen, danach wird einmal wöchentlich behandelt. Die Erfahrung zeigt, dass, je nach Grunderkrankung, mit fünf bis acht Behandlungen in der ersten Behandlungsserie zu rechnen ist.

 

Nach dieser Initialbehandlung sind Immunsystem und Körper dran. Wir geben ihnen acht bis zehn Wochen Zeit, die Altlasten anzugehen, das System neu zu ordnen und die Leiden nachhaltig zu lindern. Diese Phase kann mit weiteren, stützenden, immunsystemaktivierenden, entgiftenden Maßnahmen unterstützt werden.

 

Je nach Beschwerdebild kann es nach dieser Zeit sinnvoll sein, quasi als Nachbrenner, nochmals drei Behandlungen durch zu führen.

 

Bei welchen Leiden kann eine intrafemorale Sauerstofftherapie helfen?

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Durchblutungsstörungen jedweder couleur, wie Raucherbein, Schaufensterkrankheit etc
  • Kalte Füße
  • Restless Legs
  • Depressive Verstimmungen
  • Venöse Insuffizienz
  • Phlebothrombose
  • Thrombophlebitis
  • Müde und schwere Beine
  • Ödeme (Wasseransammlung) in den Beinen
  • Diabetische Störungen
  • Arthrose der Knie- oder Fußgelenke
  • Nachsorge bei allen orthopädischen Operationen am Knie, Sprunggelenk und obwohl es oberhalb der Behandlungsstelle liegt, auch Hüft-OPs
  • Krampfadern
  • Thrombosen
  • Offene Beine (Ulcus cruris, Gangrän…)
  • Schlecht heilende Wunden

Nach Schlaganfall, Herzinfarkt, Herz-OPs kann sie stabilisierend wirken, die Wundheilung fördern und den allgemeinen Gesundheitszustand und das Allgemeinbefinden deutlich aufhellen und bessern.

Darüber hinaus kann sie von Risikopatienten wie Rauchern, Diabetikern etc. durchaus auch vorbeugend eingesetzt werden.

 

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat die intrafemorale Sauerstofftherapie?

Die intrafemorale Sauerstofftherapie wird normalerweise sehr gut vertragen. Es können alle die Risiken auftreten, die den invasiven Verfahren gemein ist. Auch sind Reaktionen auf die injizierten Medikamente und den Sauerstoff möglich.

Im Rahmen der persönlichen Therapiebesprechung findet auch die Patientenaufklärung statt, dort werden diese Themen vor Behandlungsbeginn ausführlich besprochen.

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